Ein guter Jahrgang

(JS) Kennt Ihr das auch? Das erste Klassentreffen nach X Jahren. Brrr. Zugegeben, die Zeit auf der Penne gehört nicht unbedingt zu meinen
glücklichsten Lebensstationen. Nicht ganz freiwillig war ich da, weil ich doch so gar nicht wegwollte von meiner »alten« (POS-)Klasse. Politisch änderte sich gerade alles – spätestens jetzt wisst Ihr, wie alt ich bin ;-) – und ich steckte irgendwie noch voll in der pubertären Suche nach meinem Selbst. Doch dem stand die Schule im Weg. Plötzlich sollte ich pauken. Ich lerne ja gern, aber bitte nur das, was ich will und wann ich es will! Nach zwei Jahren wurde es ein klein wenig besser, doch es blieb eher anstrengend als angenehm. Erst mit dem Abi in der Tasche begegnete mir die Welt wieder wohlgesinnt.
So lag ein Schatten auf der Vorfreude. Doch je näher das Klassentreffen rückte, umso mehr schrumpfte diese negative Anspannung. Zu neugierig war ich auf die Leute, von denen ich die meisten nach nunmehr 15 Jahren zum ersten Mal wiedersah.

Und was soll ich sagen? Es war toll! Für einen Tag war ich noch einmal 18 und habe die unschönen Erinnerungen mit besseren überschrieben. Wenn ich in Zukunft den Abi-Jahrgang 1993 wieder sehe, dann wird es die pure Freude für mich sein.


Ohne mir dessen bewusst gewesen zu sein, sind wir damals wohl doch zusammen gewachsen. Und die Erinnerung verklärt das Vergangene zum Positiven, wenn man es zulässt. Wer sich AUCH an die schönen Dinge erinnert (tolle, verrückte Klassenfahrten), stellt fest, dass es doch eine ganz gute Zeit war.


Und wenn man sich dann weit nach Mitternacht verabschiedet, hofft man ein wenig ungläubig, dass wahr wird, was jemand in den Raum warf: Dass man nicht bis zum obligaten nächsten Klassentreffen in fünf Jahren wartet, um sich wieder zu sehen, sondern es bereits 2009 versucht. Ein toller Abi-Jahrgang, dieser 93er aus Bad Lobenstein! ;-)


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