Morgens halb zehn in Leipzig

(JS) Ein Dienstagmorgen im April um kurz nach halb zehn in Leipzig. Die Halbmillionenstadt erwacht.

Wer normalerweise an Samstagen die Innenstadt aus allen N├Ąhten zu platzen sieht, weil ganz Leipzig und der Umkreis von 200 Kilometern gleichzeitig durch Petersstra├če, Hainstra├če und Grimmaische Stra├če flanieren, wundert sich, wenn er auf einmal Steine und S├Ąulen und Gr├╝n sieht. Bisher verdeckten diese immer Menschenstr├Âme.

Der Moment ist erholsam, fast esoterisch. Man bleibt stehen und atmet. Sieht zwei ├Ąltere Damen, die sich lachend unterhalten; glaubt Till Schweiger zu entdecken, der seinen schwarzen BMW am Neumarkt abstellt, aussteigt und Richtung Grimmaische Stra├če enteilt. Vernimmt Chinesisch und eine arabische Sprache, die Sonne kitzelt an der Nase und man glaubt, man sei im Urlaub.

Nach diesem als unendlich empfundenen Winter war dieser Dienstagmorgen die perfekte Wiedergutmachung.


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