Das Sakrileg: ein zweites „Supergirl“

(JS) Auch in der Musik gibt es Dinge, die man einfach nicht tut. Zum Beispiel, einen unglaublich geilen Song zu covern. Am heutigen Morgen bin ich Zeugin eines solchen Sakrilegs geworden.

Eine Coverversion, die in beiden Ohren furchtbar schmerzt, weil sie sich mit etwas messen will, dem sie nicht im Ansatz gerecht werden kann. Und so war mir zum Heulen. Das Opfer: Das ganzheitlich geniale „Supergirl“ von Reamonn aus dem Jahr 2000. Das Verbrechen: Der gleichnamige Coversong von Anna Naklab feat. Alle Farben. Das Verbrechen: Einen nicht coverfähigen (weil genialen) Song gecovert zu haben. Natürlich fällt im Vergleich sofort auf, dass Anna Naklab nur ein Fispelchen hat gegenüber Rea Garveys einzigartiger Stimme. Wollte sie wirklich diesen Eindruck erwecken? Der Sound ist für Reamonn-Fans ein Unheil. Und das Schlimmste: Die Radiosender spielen es nun rauf und runter und quälen mich damit. Weil es doch – hach - so luftig, so leichtfüßig daherkommt. Ich will das nicht! „Supergirl“ von Reamonn ist einzigartig. Und mal ehrlich, es hätte des Beweises durch den Coversong echt nicht bedurft, denn jeder weiß doch seit fünfzehn Jahren, dass es so ist. Und an dieser Stelle mache ich mir aufatmend bewusst, dass es zum Glück unglaublich viele Radiosender gibt. Zwischen denen man wechseln kann. Oder man hört CDs oder mp3s. Mit dem Originalsong. Das tröstet.


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