Eve Curie: Madame Curie. Eine Biographie


Curie_kleinDie Biographie von Madame Curie begeistert, lässt mitfühlen, schnuppern am Duft einer einzigartigen Persönlichkeit. Der Leser versteht, warum er sich noch immer von der Aura dieser längst verstorbenen Frau verzaubern lässt. Eve Curie ist sprachlich wunderbar gelungen, diese Aura in Worte zu fassen.

Natürlich sind die Bilder, die sie von ihrer Mutter entwirft, verklärt. Doch das muss man einfach der Frau, die stolz ist, die Tochter dieser »Grande Dame« zu sein, verzeihen. Denn mit all ihren Worten lässt Eve nachvollziehen, was sie wahrscheinlich zu der Biographie bewogen hat: die grenzenlose Liebe zu ihrer Mutter. Die gebürtige Polin und zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie erscheint denn auch als eine Frau, die zwingend liebenswert ist. Unvergleichlich sanftmütig gegenüber anderen ist sie umso härter gegenüber sich selbst. Denn Marie Curie wurde zu keinem Zeitpunkt verwöhnt vom Leben. Doch Schicksalsschläge, die andere in den Freitod getrieben hätten, machten sie nur stärker und verbanden sie noch enger mit dem, was ihr keiner nehmen konnte: die Affinität zu den radioaktiven Elementen.

Ihre Tochter hat durch Detailvielfalt und die richtige Balance zwischen Sachlichkeit und Emotionalität dem Leser eine Frau beschrieben, die jener Leser nicht vergessen wird. Die Autorin hat erreicht, dass er berührt ist von dieser zutiefst bescheidenen, aber mindestens genauso ehrgeizigen Frau.

»In der Wissenschaft geht es um Sachen, nicht um Personen« pflegte Marie Curie zu sagen. Sie liebte die Wissenschaft über alles und vielleicht deshalb vernachlässigte sie auch ihre eigene Person. Doch genau diese Leute scheint die Menschheit zu brauchen. Die nicht sich selbst, sondern einer Sache dienen. Davon gibt es nur wenige. Ihnen muss unsere Bewunderung gelten, denn nur sie bringen die Menschheit voran durch ihre Erkenntnisse, Entdeckungen, Erfindungen.

Jacqueline Sterzik

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