Margaret Elphingstone: Inselnotizen


Inselnotizen_kleinDieses Buch ist perfekt für den Strandurlaub geeignet. Es geht – wie der Titel mutmaßt – um eine Insel, um die mehr oder wenigen skurrilen Bewohner und ihr Leben.

Und einem recht schleppenden Beginn, bei dem der Leser auf Signale wartet, sich endlich im Stoff verfangen zu haben, folgt nach etwa einem Drittel die Sucht. Denn die Geschichte um Sidony, Jed, Lucy und all die anderen wunderbar authentisch gezeichneten Charaktere fließt fortan angenehm dahin, bliebt subtil, wird nicht oberflächlich und auf keinen Fall kitschig.

Und dann entscheidet man sich als Unwissender fĂĽr die Genialität der Autorin und ihren unerschöpflichen Reichtum an Phantasie. Die Inselgruppe  – so erfährt der Leser durch nachhaltige Recherche – gibt es in der Realität nicht. »Hy Brasil« ist eine Phantasieinsel. Eine Sage. Und so schätzt der Leser zweifelsohne Tiefsinn und Komplexität der Geschichte, die voller genialer Details und filmechter Beschreibungen steckt. Und er möchte »Hy Brasil« besuchen, die Inselgruppe, die er doch dank Elphingstone zu kennen glaubt. Und die Figuren, die so real wirken, dass man zu wissen glaubt, dass Elphingstone Psychologie und Soziologie studiert und eine einzigartige Beobachtungsgabe haben muss neben ihrer nicht minder wertvollen Vorstellungskraft, die auf Talent grĂĽndet.
Jacqueline Sterzik

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